Winterreifen sind jetzt Pflicht – Was muss man dazu wissen?

Nachdem die Entscheidung immer wieder vertagt und herausgezögert wurde, ist es nun offiziell: Winterreifen sind jetzt Pflicht. Doch noch immer herrscht große Ungewissheit unter den Autofahrern, da keiner so genau zu wissen scheint was jetzt eigentlich beachtet werden muss und welche Neuerungen gemeinsam mit dem Gesetz in Kraft treten.

Wann tritt das Gesetz in Kraft?
Nachdem die Gesetzesänderung ende November vom Bundesrat genehmigt wurde, wird am heutigen Freitag, den 3. Dezember die Winterreifenpflicht im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Wirksam wird die neue Verordnung am Samstag, 4. Dezember um 00:00 Uhr.

Gibt es eine Übergangsfrist?
Nein. Das Gesetz wird direkt und ohne Ausnahmen angewendet. Wer also ab Samstag mit Sommerreifen erwischt wird, muss direkt ein Bußgeld zahlen.

Welche Reifen gelten als Winterreifen? Kann ich auch mit Ganzjahresreifen fahren?
Laut Gesetz sind alle Reifen, die das M+S (Matsch und Schnee) Symbol tragen als Winterreifen geeignet. Also auch Ganzjahresreifen. Allerdings hat die Sache einen Haken: das M+S Symbol ist nicht geschützt und unterliegt keinerlei Prüfungen. Es kann auf jeden beliebigen Reifen aufgedruckt werden. Auch auf Sommerreifen oder Billig-Reifen aus Asien. Die Experten der Automobilclubs empfehlen deshalb zusätzlich auch auf das Schneeflockensymbol zu achten. Dieses Symbol darf nur auf geprüfte Reifen aufgebracht werden und garantiert eine Wintertauglichkeit des Reifens.

Von wann bis wann braucht man Winterreifen?
Hier ist der Gesetzestext leider ein bisschen vage. Er schreibt lediglich vor, dass man bei winterlichen Witterungsverhältnissen zu Winterreifen greifen muss. Diese Verhältnisse umfassen Glatteis, Schneematsch, Schneeglätte, Eis- oder Reifglätte. Einen genauen Zeitraum in dem man Winterreifen aufziehen muss, gibt es nicht.
Allerdings gibt es eine Faustregel die besagt, dass man “von O bis O“, also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen unterwegs sein sollte, um auf der sicheren Seite zu sein.

Was passiert wenn man ohne Winterreifen unterwegs ist?

Abgesehen davon, dass es sowohl Ihre sicherheit als auch die der anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet wenn Sie mit ungeeigneter Bereifung unterwegs sind, erwarten Sie ein Bußgeld und ein Punkt in Flensburg wenn Sie erwischt werden. Das Bußgeld beträgt 40 Euro wenn nichts passiert und 80 Euro wenn Sie andere Verkehrsteilnehmer gefährden oder behindern.
Außerdem können die Kaskoversicherungen bei einem Unfall die Zahlung ganz oder teilweise verweigern, wenn die falsche Bereifung die Unfallsursache war.

Winterreifen sollten eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern haben, um auch bei schlechten Wetterverhältnissen genügend Grip zu haben


Wer ist von dem Gesetz betroffen?

Alle. Jeder Auto-, Lkw-, Bus-, und Motorradfahrer muss mit geeigneter Bereifung unterwegs sein. Hierbei spielt es keine Rolle ob Sie der Besitzer des Fahrzeugs sind. Auch bei Mietwagen sind Sie als Fahrer dafür verantwortlich, dass Sie mit M+S-Reifen fahren. Auch Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen wurden, sind verpflichtet in Deutschland mit den vorgeschriebenen Winterreifen zu fahren.

Wie lange halten Reifen? Welche Profiltiefe müssen sie haben?
Je nach dem wie viele Kilometer Sie im Jahr zurück legen, halten die Reifen rund fünf bis sechs Jahre. Ganzjahresreifen nutzen sich etwas schneller ab, da sie aus weicherem Gummi bestehen.
Das Gesetz schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor, doch schon bei weniger als 4 Millimetern sind die Wintereigenschaften von M+S-Reifen stark eingeschränkt, wie der ADAC in einem Test herausgefunden hat.

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